Michael Mäde: Balance am Rande


Michael Mäde: Balance am Rande

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Weder Resignation noch Euphorie und dennoch Lyrik Anders als viele seiner Dichterkollegen schreibt Michael Mäde Gedichte, die nicht nur ein kleiner Kreis Eingeweihter entschlüsseln und verstehen kann. Auch bei ihm geht es zuweilen um Stimmungen oder Momente, die nur ein Dichter festzuhalten imstande ist. Aber das große Ganze bleibt dabei nicht draußen, schließlich ist Michael Mäde (geb. 1962) ein politisch engagierter Linker. Auch das herrliche Sich-Treibenlassen am See kann nicht vergessen machen: »Der Krieg treibt das zweite Jahr vor sich her.« Das kleine, schön aufgemachte Bändchen enthält Gedichte aus der Zeit von März 2003 und Mai 2004. Monate aus den »Jahren der Trauer«, könnte man meinen, denn es ist von Krankheit und Bewusstsein von Endlichkeit, von verlorenen Hoffnungen und einer ernüchternden Bilanz die Rede: »Und mein Weltbild wird einfacher / mit den Jahren. / Denn, Allende lerne ich, / war auch Stalinist / und Neruda kein Dichter. / Und die Revolution ist nimmermehr / die Zärtlichkeit der Völker,/ sondern ihr Verderben. / Am Hunger / im abgehängten Teil dieser Welt / Sind immer die Anderen schuld. / Und die Schreiberlinge der Feuilletons / erklären den gegenwärtigen Zustand / so schön schlüssig / daß einem ganz leicht wird / im Kopf.« Indem er es schreibt, wehrt er sich dagegen und nimmt seine Leser mit: Gegen Verdummung, gegen das Treibenlassen des Verstandes. Wachbleiben ist angesagt und Dankbarkeit für Freundschaft und Liebe. Da ist nie Euphorie, aber auch der Resignation wird misstraut. »Noch, denke ich, zwängen wir Die Träume ins Gepäck.« Lektüre für Herz und Verstand für nicht nur ihre Wunden leckende Linke. (»Ossietzky«)
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